USA Road Trip: Montana & Wyoming

Hallo Ihr Lieben!

Ich freue mich Euch heute von unserem Roadtrip durch Montana & Wyoming zu erzählen, vor allem da dieser Blogbeitrag so sehr von Euch gewünscht wurde.

Unser Roadtrip hat in Missoula, MT begonnen, da der Nonstopflug mit Allegiant Air mit 200 Dollar inklusive Gepäck von LA aus der günstigste war. Im Nachhinein hat mir jemand auch den Flughafen Kalispell empfohlen, aber da finde ich zumindest gerade in der Suchmaschine keine Direktflüge. Ansonsten gibt es auch noch die Flughäfen Helena, Bozeman & Billings, allerdings wollten wir unbedingt die Nationalparks Glacier, Yellowstone & Grand Teton sehen und für die Route hat sich Missoula, abgesehen vom Flugpreis, ganz gut geeignet. Anfangs gestaltete es sich etwas schwierig einen Camper bzw. RV zu finden, da diese leider nicht am Flughafen Missoula oder gleich in der Nähe vermietet werden. Letztendlich war ich sehr froh, dass aber Cruise America im 20 Minuten entfernten Lolo RV’s vermietet.

Nachdem uns dort alle Funktionen des RV’s genauestens erklärt wurden, machten wir uns dann aufgeregt auf den Weg Richtung Walmart, um erstmal essentielle Dinge wie Nahrungsmittel und Utensilien wie z.B. eine Decke und ein Bettlaken einzukaufen. Ja, leider waren diese nicht im RV mit dabei, aber eigentlich war mir das auch aus hygienischen Gründen ganz recht. Für die Extras, die wir nur für den Trip gebraucht haben, haben wir zusammen 50$ bezahlt. Also 25$ pro Person was eigentlich ok ist.

Spontan haben wir uns entschieden die Route andersrum wie geplant zu starten. Das bedeutet, dass wir zuerst zum Glacier Nationalpark gefahren sind. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Nacht und einen halben Tag in Woods Bay am Flathead Lake verbracht was wirklich eine schöne Überraschung war – und nicht so touristisch. Da uns der See so gut gefallen hat, haben wir am nächsten Morgen noch für zwei Stunden ein Boot ausgeliehen was richtig viel Spaß gemacht hat. Hier darf man ohne Bootsführerschein viel schneller als z.B. in Italien fahren. ;)

Dann ging es auch schon wieder in den Wohnwagen Richtung Glacier Nationalpark und ich sage Euch: allein diese Strecke abzufahren ist einfach so atemberaubend schön! Im Glacier Nationalpark angekommen haben wir uns direkt darum gekümmert uns zum Reiten und Rafting anzumelden. Hat auch alles einigermaßen nach Plan geklappt. Dann ging es zu unserem ausgewählten Campingplatz, bei welchem ich auf dem Weg angerufen und einen Platz für unseren Camper reserviert habe. Da die Shuttles im Nationalpark nur bis 19 Uhr fahren und wir mit dem Camper keinen Parkplatz gefunden haben, blieb uns an dem Nachmittag/Abend leider nicht mehr so viel Zeit, um zu wandern, obwohl es bis 21 Uhr hell war. War zwar schade, aber am nächsten Tag haben wir dafür umso mehr geschafft. Am darauffolgenden Morgen waren wir erst beim Rafting was zwischendurch auch echt aufregend war, muss man aber nicht unbedingt machen. Ich glaube das lag bei 60 Dollar pro Person. Danach ging es mit dem Shuttle zum Logan Pass (RV’s sind zu Recht auf der kurvigen Going-to-the-sun road nicht erlaubt) und von dort aus sind wir zum Hidden Lake gelaufen und danach noch zur Avalanche Creek, welche wir am Vorabend nicht geschafft hatten… Kann ich beides wirklich empfehlen! Der Highline Trail soll so die Nummer 1 des Parks sein, aber der geht zum Beispiel den ganzen Tag lang bis zum Loop Trail und nimmt gar kein richtiges Ende was ich so auf Karten gesehen habe. Es wurde wirklich spät an dem Tag und so entschieden wir uns noch eine Nacht länger auf dem selben Campingplatz zu bleiben.

Am nächsten Morgen ging es dafür etwas früher los, nach Many Glacier zum Reiten. Das kostete circa 80$ Dollar pro Person. Für meinen Geschmack war es leider etwas langweilig und ich hatte mir zugegeben mehr erhofft. Einfach einen cooleren Trail, weniger Leute usw. wisst Ihr was ich meine?! Diese ganzen zusätzlichen Aktivitäten würde ich persönlich das nächste Mal weg lassen. Braucht es echt nicht unbedingt. Danach haben wir uns für eine Stunde hingelegt und sind dann um 15 Uhr zum Grinnell Glacier losgewandert… für knapp drei Stunden hin und den selben Weg dann wieder zurück, also insgesamt an die 6 Stunden!!! Hätte nicht jeder so von der Wanderung geschwärmt, hätten wir das wahrscheinlich niemals durchgezogen, aber es war die Anstrengung wirklich wert. Ich habe noch nie solche schönen Aussichten von einem Berg gehabt wie dort. Und der Gletschersee am Schluss, inklusive Eisschollen, war der absolute Höhepunkt! Da wir so spät losgewandert sind, waren wir auch noch ganz alleine. Ich kann es daher wirklich nur empfehlen später als die ganzen anderen Touristen loszulaufen. Dafür kommt man natürlich auch später an und der einzige Campingplatz in dem Mini-Ort war dann natürlich schon voll (reservieren kann man nicht innerhalb des Parks)! Also waren wir mehr oder weniger gezwungen eine Nacht in einer Cabin zu verbringen, was uns circa 130$ gekostet hat.

Zwar hatten wir schon ein paar Begegnungen und Sightings mit wilden Tieren wie Bergziegen und Elchen und waren immer völlig aus dem Häuschen, aber die Bären haben uns noch gefehlt! Obwohl der Glacier Nationalpark angeblich der am dichtesten besiedelte Bärenort in den USA ist und Many Glacier dazu noch am meisten Bären innerhalb des Glacier Nationalparks hat. Wir haben es wirklich darauf ankommen lassen, aber bis zum Schluss kein Glück gehabt. Etwas wehmütig ging es dann weiter Richtung Helena, wo wir seit Tagen das erste Mal wieder ein richtig gutes, warmes Abendessen hatten. Nicht weit von Helena haben wir auch noch einen Campingplatz gefunden, wo nicht so viel los war und man noch spät einchecken konnte. Von Helena aus ging es am nächsten Tag zum Yellowstone Nationalpark, wo uns dann  ein schockierender Unfall leider einen Strich durch die Rechnung gemacht hat! Diese Nacht werde ich nicht mehr so schnell vergessen. Wir sind mit Fenstern unten gefahren und uns kam ein RV entgegen, ebenfalls von Cruise America, der zu weit in der Mitte gefahren ist und unseren Spiegel abgefahren hat. Alex konnte so schnell gar nicht reagieren, ist aber trotz des plötzlichen Schocks Gott sei Dank nicht in den Graben gefahren. Bin ich froh, dass er so ein guter Autofahrer ist! Der Spiegel zerbrach allerdings in Alex seinem Gesicht und er blutete natürlich in Strömen. Das Bild, der Anblick verfolgt mich noch heute. Zig tausend Splitter waren zudem komplett im ganzen Wohnwagen verteilt. Nachdem Ranger und Krankenwagen alles aufgenommen haben, mussten wir dennoch zwei Stunden zurück fahren, um den Alex in den ER zu bringen, damit er genäht werden konnte… What a night!

Immerhin haben wir uns eine Nacht auf dem Campingplatz gespart, da wir nach allem natürlich auf dem Parkplatz vom Krankenhaus geblieben sind und auch nicht wirklich eine andere Wahl hatten. Am nächsten Morgen, ein Sonntag, mussten wir in diesem Kaff erst einmal an einen Ort finden, wo wir einen neuen Spiegel herbekommen, denn es war fast unmöglich den Camper ohne zu fahren und auch nicht erlaubt. Nachdem wir das geschafft haben, konnte der Tag endlich richtig losgehen und entpuppte sich noch als Glückstag. Oh Yellowstone, wie schön du auch bist! Wir sind zwar fast den ganzen Tag nur im Auto gewesen und den Park abgefahren, aber haben so viele Tiere dabei sehen dürfen: Gazellen, Bisons und…. Bääären! Sogar eine Mutter mit ihren zwei Babies. Leider war der Campingplatz voll, bei welchem wir über Nacht bleiben wollten und so blieb uns nichts anderes übrig als solange weiterzufahren bis einer Platz für uns hat. Dies war dann erst im Grand Teton Nationalpark der Fall. Also waren wir ungeplanterweise schon früher dort angekommen. Whatever! Dort haben wir schließlich zwei weitere Nächte verbracht, um einfach mal runter zu kommen. Und es war herrlich! Auch wenn das Gebiet an sich „kleiner“ als Yellowstone ist, gibt es viele schöne Sachen zu machen und zu sehen. Unter anderem waren wir dort auch ein bisschen im Gebirge beim Jenny Lake wandern, sind mit der Bergbahn den Skiort Jackson Hole hoch und haben die kleine Westernstadt Jackson, Wyoming besucht. Von dort aus ging es dann über den Yellowstone Nationalpark bzw. West Yellowstone, wo wir noch eine Nacht verbracht haben, in einer Tour zurück nach Missoula.

Alles in allem war die Reise wunderschön und ich würde sie fast genau so wieder machen. Nur würde ich in Zukunft wahrscheinlich eher keinen Wohnwagen mehr mieten, da er grundsätzlich schon teuer ist. Das kleinere Modell, welches wahrscheinlich ausgereicht hätte und weniger teuer gewesen wäre, war leider nicht mehr verfügbar zu dem Zeitpunkt als ich den RV reserviert habe. Unser Modell hätte zwar Schlafplätze für 6 Personen gehabt, aber das wäre mir sicherlich zu eng. Für zwei Leute war es eigentlich sogar genau richtig. Abgesehen davon, dass wir unbedingt mal einen Roadtrip mit einem richtigen Wohnwagen ausprobieren wollten, hatte ich mir vorher ungefähr ausgerechnet, dass wir günstiger wegkommen als wenn wir einen normalen Wagen mieten und in Cabins übernachten, da diese bis zu 300$ die Nacht kosten, wenn man ein eigenes Bad etc. haben möchte. Aber da habe ich mich leider getäuscht, denn wir mussten unerwartete Umwege auf uns nehmen, da wir mit dem RV nicht alle Straßen fahren durften – richtig doof und unnötig – und nur 300 Meilen waren beim Wagen inkludiert. Jede weitere Meile kam on top und wir lagen am Schluss bei 1731 Meilen, also 2785 Kilometer. Außerdem hatten die Campingplätze verschiedene Preise und waren auch manchmal echt teuer. Unsere teuerste Nacht betrug knapp 100$! Wir kamen bei der Abgabe (zzgl. Propan etc.) insgesamt auf eine Rechnung von 2.630$, circa 2.780 Euro!!! Also echt saftig!! Ich habe ausgerechnet, dass wir uns mit einem normalen Wagen sogar ungefähr 500$ gespart hätten. Das sind genau die 500$ für die Extrameilen. Sonst wäre es also circa gleich gekommen. Auch wenn ein Campingwagen immer ein Bett, einen Kühlschrank, Umkleide und eine Toilette dabei hat, mit einem kleineren Wagen wäre es wohl doch unkomplizierter gewesen. Also hatte ich auf meinen bisherigen Roadtrips von Anfang an alles richtig gemacht. Wobei ich da ja zum Teil eh noch meinen Benzo hatte…


Montana & Wyoming, USA

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