Von Zahlen über Fake bis hin zu #Realfluencer

Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass sich bei uns im Leben alles nur um Zahlen dreht? Tag ein und Tag aus… Jetzt leuchtet mir auch endlich ein warum ich Zahlen nie ausstehen konnte und deshalb auch nie eine Faszination für die Vorzeigewissenschaft Mathematik hatte und mich viel lieber mit Buchstaben beschäftigt habe. Logische Begründung auch dafür warum ich es schon immer bevorzugt habe zu schreiben und Sprachen zu lernen. Alles worum es in unserer Gesellschaft nur noch geht sind Zahlen. Zahlen über Zahlen… Begriffe wie Charakter, Werte, Moral scheinen mittlerweile hingegen Fremdwörter geworden zu sein – „oldschool“.

Es fängt doch schon an mit Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren – Geburtsdaten sowie andere wichtige Daten inklusive. Wobei ich damit noch zufrieden bin, da mich die Weltgeschichte sehr interessiert. Aber beim Geburtsdatum wird es schon etwas schwierig… Was hat ein Alter schon zu bedeuten? An dem einen Tag fühlt man sich wie 50 und am anderen Tag wie 20 oder 30. Versteht Ihr worauf ich hinaus möchte?
Auch immer diese Bewertungen in der Schule… ebenfalls Zahlen. Wie ich es gehasst habe aufgrund einer kleinen, simplen, unwichtigen Zahl für mega klug bis zu mega dumm bewertet zu werden. Das ist übrigens auch einer der Gründe warum ich vom traditionellen deutschen Schulsystem nicht sonderlich viel halte und das Gesamtschulsystem wie z.B. in den USA befürworte. Dort wird man vielmehr gefördert in was man eben auffällig gut ist.
Menschen unterhalten sich aufgrund dieses Gesellschaftssystems auch nur noch um Zahlen bzw. Geld. Ich weiß, dass Währungen unter anderem eingeführt wurden, um Ordnung zu schaffen. Das ist auch richtig so, aber müssen wir uns deshalb nur noch Gedanken machen was wieviel kostet oder wert ist und wer wieviel verdient oder besitzt? Gibt es nichts wichtigeres im Leben?! Hallo, bitte aufwachen, wo bleiben die Konversationen über wirklich wichtige Themen wie „Warum ist Angela Merkel die richtige Vertretung für Deutschland?“ oder – im Verhältnis sehr viel unwichtiger aber ein Anfang – „Ist die Influencerin xy tatsächlich so nett wie sie auf ihren Bildern aussieht?“
Das ist übrigens einer der springenden Punkte warum ich mich etwas aus diesem Metier zurückgezogen habe. Ich habe bemerkt wie mir die Instagram-Fake-Generation alles andere als gut tut. Vorhin habe ich mich beispielsweise selbst erwischt als ich zu meiner Mama meinte, dass ich unbedingt den Jeep Wrangler möchte (ist ja kein Geheimnis, dass Autos und Autofahren zu meinen Leidenschaften gehören) und ob meine Eltern denn nicht doch eine Wohnung kaufen möchten damit ich lieber ihnen Miete zahle als jemand Fremden. (Ich selbst kann es mir nicht leisten eine Wohnung zu kaufen und bei meinen derzeitigen Lebensumständen wäre das auch nicht die gerade klügste Entscheidung.) Meine Mama meinte daraufhin zu mir: Alle Dinge, die glücklich machen, kann man nicht mit Geld bezahlen! Liebe, Gesundheit, Freunde und Familie. Man man man, ich musste echt den Kopf schütteln und habe ihr innerlich für diese Worte gedankt. Dennoch habe ich mich ebenso geschämt. So materialistisch bin ich eigentlich gar nicht… das passt nicht zu mir… das entspricht einfach nicht meinem Naturell!
Aus diesem Grund rufe ich ein kleines Movement ins Leben und jeder kann mitmachen der möchte. Einfach im Instagramprofil mit dem Hashtag #REALFLUENCER deutlich klarstellen wofür man steht. Ich habe es so satt im geschäftlichen und mittlerweile auch leider privaten Umfeld zu hören wer wieviele Follower hat, warum usw. Es nimmt kein Ende mehr, sondern wird immer schlimmer! Langsam komme ich mir vor als ob mich einfach nur noch alle verarschen wollen und sich einen schlechten Scherz erlauben, aber siehe da: sogar in den Medien – vor allem Zeitschriften die ich einst mal gerne gelesen habe – geht es nur noch um die tollen Influencer und deren Traumjob. Markenkleidung tragen, reisen und damit noch viel viel Geld verdienen… das Leben könnte nicht besser laufen, oder!? Oh doch meine Lieben, das kann es!! Denn in dieser ach so tollen Welt wird rumgeschleimt (sorry, „connected“) was das Zeug hält, um eine höhere Followerzahl zu erzielen und mehr wert zu sein. Im wahrsten Sinne des Wortes – leider! Ganz ehrlich, wenn eine „Freundin“ wirklich zu Dir steht, postet sie Fotos mit Dir ganz unabhängig davon wieviele Menschen du bisher von dir überzeugen konntest (aka Follower!). Alles andere sind keine Freunde. Punkt. Da brauchen wir uns auch nichts schön reden. Ich habe zum Beispiel auch Fälle wo z.B. Blogger mit denen ich mich persönlich eigentlich super verstehe mir nicht einmal folgen, sprich mich nicht unterstützen – aber evtl. sogar trotzdem meine Stories ansehen. Man kann in diesem Business sehr kreativ fake sein wie Ihr seht. ;)
Wie gesagt, Werte wie Ehrlichkeit und Loyalität sind momentan leider noch out aber ich hoffe der Trend wird wieder „Back to the roots“ gehen… wie alles einmal angefangen hat, vor allem mit dem Bloggen…
Die Menschen die Charakter haben sollten als Vorbilder fungieren und in Zukunft die meiste Aufmerksamkeit bekommen; manche von ihnen tun es ja schon aber immer noch zu wenige. Wäre die Gesellschaft auch nicht so verkorkst und z.B. auf unwichtigere Dinge wie Aussehen fokussiert, dann wäre die Instagramwelt aber auch nie so fake geworden. Natürlich ist es schön was schönes anzusehen – geht mir genauso – aber irgendwo sollte dann auch mal die Grenze gezogen werden – Ende Gelände. Aber da muss ich die Influencer auch etwas unschuldiger betrachten. Wenn sie klug sind (oder schwach, je nachdem wie man es betrachtet), zeigen sie natürlich genau das was die Menschen sehen wollen. Also möchte ich an alle da draußen appellieren in Zukunft genauer hinzusehen wem ihr folgt und ob diese Person mehr drauf hat als nur gut auszusehen. Die Gesellschaft kann sich nur positiv verändern, wenn Ihr Euch verändert, denn Ihr seid die Gesellschaft! Ihr seid die Influencer und Follower in einem! Was Ihr unterstützt ist wohl oder übel auch der Trend auf Dauer also sucht gewählt aus was Ihr von den Menschen um Euch rum sehen möchtet. Ich packe mich gleich mal selber am Rotschopf und fange mal an zu überprüfen und auszusortieren… Instastories/Snapchat sind ja die perfekte Möglichkeit sich ein besseres Bild zu machen!
Team #REALFLUENCER :)

Beachwood, Los Angeles, California

9 Kommentare zu “Von Zahlen über Fake bis hin zu #Realfluencer

  1. Ein unglaublich toller Blogpost. Ich bin es satt bei fast allen Instagramern die gleichen Bilder zu sehen, die alle tausende likes bekommen, während Leute mit positiver message und Individualität dagegen kaum welche bekommen. Ich liebe deine Bilder, Posts und die Lebensfreude, die du ausstrahlst. Mach weiter so. ❣️

  2. Freue mich sehr über den Post! :) Ich find das so lächerlich, dass manche so abheben und sich zu gut sind mit anderen zu reden, wenn sie nicht genug follower haben! Ich hatte das mal mit einer Bloggerin, die mich zwar auf Facebook added, aber mir bloß nicht auf Instagram folgt… eines Tages taggt die mich plötzlich unter irgendeinem Foto von ihr und meint „hey Mici, du warst doch auch hier und hier, oder?“ – so völlig random ohne kontext… sie wusste genau mein Profil und kennt auch mich persönlich, aber bloß nicht folgen, da kann man sich ja n Zacken aus der Krone brechen

  3. Super toller Blogeintrag! Und bemerkenswert, dass du bei diesem Thema kein Blatt vor den Mund nimmst. Früher bin ich auf dieses “ mehr Schein als sein “ so reingefallen, habe alles mögliche nachgekauft und mein eigenes Leben schlecht geredet, weil alle bei Instagram mehr Geld und mehr Lebensfreude haben. Dann war ich einmal aber bei der Flohmarkt von Xenia und milena und musste festgestellten wie Fake diese Welt ist. Null Beachtung, keine Freundlichkeit garnichts. Aber wir sind doch die die deren leben überhaupt ermöglichen. Ab dem Zeitpunkt an habe ich mich von dieser Scheinwelt distanziert.

  4. Liebe Lina,
    Dein Blog ist wirklich schön. Das Design und auch die Struktur sind wirklich sehr gut gewählt und darüber hinaus auch wirklich sehr leserfreundlich gestaltet. Jedoch eine kleine Anmerkung: leider entdeckt man doch den einen oder anderen recht offensichtlichen Fehler (Kommasetzung und Rechtschreibung -> s. Bild: we where (were) born…)

    Liebe Grüße

  5. Liebe Lina,
    Dein Blog ist wirklich schön. Das Design und auch die Struktur sind wirklich sehr gut gewählt und darüber hinaus auch wirklich sehr leserfreundlich gestaltet. Jedoch eine kleine Anmerkung: leider entdeckt man doch den einen oder anderen recht offensichtlichen Fehler (Kommasetzung und Rechtschreibung -> s. Bild: we where (were) born…)

    Liebe Grüße

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