Sind Menschen Egoisten?

Sind wir alle im Grunde egoistisch und wenn ja, ist es so verwerflich? 

Dieser Fragestellung möchte ich heute auf den Grund gehen.

Lina Kottutz

In der What’s App-Gruppe „No M’s!“ von mir und meinen engsten Mädels halten wir uns ständig mit den neuesten Themen auf dem Laufenden. Dabei kam dieses interessante Thema zur Sprache und hat mich zum Nachdenken angeregt.

Eines der Girls meinte, dass wir im Prinzip alle Egoisten sind. Selbst wenn wir lieben, tun wir das, um zurückgeliebt zu werden laut ihr. An dieser Stelle hatten ich und eine andere Freundin allerdings folgenden Einwand: nicht umsonst ist Liebeskummer so ein gängiges Thema. Man liebt jemanden, obwohl die Liebe nicht (mehr) erwidert bzw. zurück gegeben wird. Dennoch ist meiner Meinung nach der Grundgedanke in dem Fall der selbe. Wir wollen (wieder) dieses liebeserfüllte Glücksgefühl spüren und lieben aufgrund von Hoffnung weiter – die einen länger als die anderen. Alles führt im Prinzip daraufhin, dass der Lebenswunsch eines Jeden darin besteht „einfach“ glücklich zu sein. Die andere Freundin widersprach mir hier allerdings und meinte, dass sie zum Beispiel bedingungslos gibt, hilft, liebt etc. und sich quasi aufopfert. Ich verstehe was sie meint und kann es sehr gut nachvollziehen bzw. nachempfinden, da es mir selbst lange so erging. Ich stand immer zu 100 Prozent hinter der bedingungslosen Liebe und war sogar stolz darauf zu so etwas fähig zu sein. Vor kurzem habe ich noch ein anderes interessantes Gespräch geführt, welches auch damit zu tun hat und bekam allerdings dadurch eine ganz andere Sichtweise. Selbstlosigkeit ist definitiv kein glücklicher Zustand und kann doch auch nicht der Weg zum Ziel, glücklich zu werden, sein! Das ist mit viel zu hohem Risiko verbunden und macht einen von einer anderen Person abhängig. Generell ist Abhängigkeit für einen glücklichen Gemütszustand absolut nicht förderlich! Allein schon der Begriff Selbstlosigkeit sagt quasi aus, dass man sich selbst los ist, sich nicht genügt und wertschätzt.

Deshalb komme ich zu dem Ergebnis, dass im Grunde alle Menschen egoistisch sind – selbst in der Liebe. Natürlich sind die einen egoistischer als die anderen, die einen selbstloser als die anderen, die einen schätzen sich mehr als die anderen usw. Egoismus ist in meinen neuen Augen allerdings überlebenswichtig, wenn es darauf ankommt und liegt wahrscheinlich deshalb auch in unserer Natur. Solange man einen gesunden Egoismus pflegt, das heißt Werte wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit etc. trotzdem verinnerlicht hat, ist nichts falsches oder verwerfliches daran wie ich finde. Egoismus ist im Prinzip nichts anderes als Eigenliebe/Selbstliebe und das ist doch essentiell, um auf Dauer glücklich und zufrieden mit sich selbst zu sein. Außerdem ist es allbekannt, dass man sich erst selbst lieben muss, um geliebt zu werden. Wie paradox eigentlich, wenn man so darüber nachdenkt… Wir fühlen uns offensichtlich zu Leuten hingezogen, die egoistisch sind/sich selbst lieben.

7 Kommentare zu “Sind Menschen Egoisten?

  1. Ich sehe das ähnlich. Man muss heutzutage (und wahrscheinlich auch schon früher) in manchen Situationen einfach egoistisch denken bzw. sein. Mein Opa erklärt mir beispielsweise immer, dass man nur für sich lernt und nicht für andere. Das heißt, dsas es Tage gibt, an denen ich meinen Freundinnen nicht helfen kann, weil ich selbst sehen muss, dass ich voran komme, denn im Leben bekommt man nichts geschenkt. Gesunder Egoismus, den meiner Meinung nach jeder besitzen kann, ist Inhalt unserers Lebens und dient ausserdem zum Überleben in unserer „Ellenbogengesellschaft“.
    Ich finde deinen Blogpost sehr gelungen und freue mich auf weitere persönliche „Stories“ von dir! :)
    Liebe Grüße, Celine!

  2. Ich finde es cool, dass Du jetzt auch über sowas schreibst :) Toller Post! :)
    Ja da hast Du Recht in einem gewissen Maße ist Egoismus wahrscheinlich notwendig um glücklich zu sein…nur nicht zu viel davon, aber auch nicht zu wenig… Und ja man kann scheinbar auch nur wirklich andere lieben, wenn man sich selbst liebt…irgendwie krass denke ich mir manchmal… Man kann auch eher besser anderen helfen oder andere aufbauen, wenn es einem selbst gerade gut geht und man weiß, dass man dazu fähig ist zu helfen usw…
    Liebe Grüße,
    Carina von http://www.lovespreadingfriends.wordpress.com

  3. Wer ist der wichtigste Mensch in meinem Leben?
    ICH
    Erst wenn man das verstanden hat kann man in meinen Augen glücklich sein und Liebe, Wertschätzung, Hilfestellung, etc. geben!
    Jeder ist sich selbst der Nächste, auch wenn man seinen Nächsten lieben soll. Gerade dieses Verständnis ist essenziell, um weiterzukommen und sich selbst zu entwickeln!

  4. Hallo Lina!
    Es es toll, dass neben Mode auch immer wieder philosophische Themen auf Deinem Blog auftauchen. Ich finde es gut, wie Du die verschiedenen Meinungen dargestellt und Deinen „Erkenntnisweg“ aufgezeigt hast!
    Du sprichst von „Egoismus … als nichts anderes als Eigenliebe/Selbstliebe…“
    Allerdings wird das Wort meist negativ und abwertend gebraucht. Im Duden steht:“„Ich-Bezogenheit“, „Ich-Sucht“, „Selbstsucht“, „Eigenliebe“. “
    Wikepedia schreibt:“ …Der Begriff beschreibt … die Haltung, ausschließlich äußerliche persönliche Interessen zu verfolgen ohne Rücksichtnahme auf die Belange oder sogar zu Lasten anderer… “
    Das ist laut dieser Erklärung ja schon etwas anderes, als jene Eigenliebe, die von der Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ausgeht, ohne die man ja auch der Gesellschaft nicht helfen kann. Deshalb ist in der Literatur dann zur Abgrenzung auch von „gesundem Egoismus“ die Rede, was Du ja auch getan hast. Alles Definitionssache ;-) Herzliche Grüße, Nessy von den happinessygirls.com

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